4. Medizinische Begründung der Besessenheit
4.1 Vorbemerkung
Durch Überlieferungen des Verlaufes von „Anfällen“ konnte man bestimmte Merkmale des Krankheitsverlaufes erkennen. Die eigentliche Besessenheit beginnt damit, dass der später Betroffene von dem Wesen umgeben wird. Die, so genannte, „Circumsessio“ (Begriffserklärung siehe Anhang). Nach dieser Phase dringt das Wesen in den Menschen ein und besetzt ihn. Für dieses Eindringen gibt es verschieden Bilder. Die meisten stellen ein Tier dar, dass während der Nahrungsaufnahme in den Menschen eindringt. Bei der Besessenheit („Posessio“) verstärken sich die Symptome. Der Betroffene wird nun von dem Wesen gesteuert, sein Verhalten sowie sein Aussehen sind nun stark verändert. Derjenige weist Steigerungen seiner Kräfte auf, schreit in Krämpfen, halluziniert und fällt häufig in tiefe Bewusstlosigkeit. Es kann ebenfalls so weit kommen, dass der Besessene Wissen aufweist, dass er vorher nicht besaß. Beim Austreiben des Dämons treten noch einmal starke Krämpfe auf, sowie starkes Nasenbluten oder Erbrechen.
Diese Symptome weisen viele Ähnlichkeiten mit bekannten Krankheiten auf. Zu allererst Schizophrenie, wo allerdings nur wenige Übereinstimmungen erkennbar sind. Doch diese Krankheit gibt keine Erklärung für die körperlichen Veränderungen des Erkrankten. Zur wissenschaftlichen Analyse werden meist das Tourette- Syndrom sowie der Begriff der Hysterie herangezogen.

4.2 Das Tourette- Syndrom
Mit dem Tourette- Syndrom wird eine neuropsychiatrische Erkrankung bezeichnet, die durch ihre Tics charakterisiert wird. Mit Tics erklärt man „unwillkürliche, meist rasch ablaufende, einfach oder kombinierte Bewegungen oder Geräusche, die vom Betroffenen nicht oder kaum gesteuert werden können.“ Falls der Erkrankte versucht diese Tics zu steuern kommt es häufig nach kurzer Zeit zu einer Tic- Entladung.
„Einfache motorische Tics können sich als Augenblinzeln, Naserümpfen oder Kopfwerfen manifestieren. Beispiele für einfache vokale Tics sind das Ausstoßen von bedeutungslosen Lauten, Husten oder das Nachahmen von Tiergeräuschen.
Unter die Kategorie der komplexen Tics fallen im motorischen Bereich das Grimassieren, das Imitieren anderer Leute (Echopraxie) oder auch selbstverletzende Handlungen. Komplexe vokale Tics sind das Wiederholen von Wörtern (Echolalie bzw. Palilalie) oder das als Koprolalie bekannte Herausschleudern obszöner und aggressiver Wörter.“
Die typischen Symptome des Syndroms führten in früheren Zeiten dazu, dass häufig Besessenheit diagnostiziert wurde, da eine Verwechslung vorlag.
Das eigene Verhalten erschien dem Erkrankten meist unheimlich.


4.3 Die Hysterie
„Traditionell wird die Hysterie entweder durch ein vielfältiges körperliches Beschwerdebild ohne organische Grundlage charakterisiert, z. B. Gehstörung, Bewegungssturm, Lähmungen, Gefühlsstörung, Ausfall der Sinnesorgane wie Blindheit, Taubheit...“
Betroffene Personen sind sehr Ich- bezogen, sie suchen mit ihrer Krankheit Aufmerksamkeit. Häufig verdrängen sie so Anforderungen des Lebens, denen sie nicht gerecht werden können, beziehungsweise dieses zu befürchten.
5.3.06 17:42
 


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